Magenbypass

Warum Bedenken bei starkem Übergewicht?

Menschen mit hohem Übergewicht haben, medizinisch gesehen, ein hohes Risiko zu erkranken oder sogar frühzeitig zu sterben. Ganz oben auf der Liste dieser Krankheiten stehen Diabetes mellitus Typ 2 und Bluthochdruck. Ein hoher Blutdruck kann bei starkem Übergewicht zu Herzinfarkt, chronischen Herzbeschwerden und Schlaganfall führen. Krankheiten wie Schlaf apnoe, Asthma, Rückenschmerzen, Harninkontinenz und

starkes Sod brennen sind Folgen von hohem Übergewicht. Ein hoher Gewichtsverlust kann oftmals diese Beschwerden reduzieren oder sogar die Heilung bewirken.

Welche Voraussetzungen müssen Patienten mit starkem Übergewicht für einen chirurgischen Eingriff erfüllen?

 

Starkes oder krankhaftes Übergewicht ist ein chronisch fortschreitender Zustand, der sehr schwer zu behandeln ist. Eine Möglichkeit für jene Patienten, die keinen Erfolg bei anderen Maßnahmen zur Gewichtsabnahme hatten, ist ein chirurgischer Eingriff. Die Nahrungsaufnahme wird reduziert und Teile des Verdauungsprozesses werden ausgeschaltet. Patienten, die für diesen Eingriff in Frage kommen, haben oft einen Body Mass Index (BMI) von 40 oder mehr. Ein BMI von 40 bedeutet bei Männern ein Übergewicht von ca. 50 kg und bei Frauen von ca. 40 kg. Die Gewichtsabnahme durch einen chirurgischen Eingriff ist auch eine Option für Menschen, die einen BMI von 35 oder mehr haben und zusätzlich an zumindest einer der oben angeführten, durch Übergewicht verursachten, Begleiterkrankungen leiden. Wie bei jeder Behandlung gegen Übergewicht, sind erfolgreiche Ergebnisse u.a. abhängig vom Zusammenspiel Arzt/Patient, der persönlichen Motivation und dem Verhalten des Patienten.

Der Roux-en-Y Magenbypass

Bei dem Roux-en-Y Magenbypass wird ein kleiner Vormagen (Pouch) mit Hilfe eines chirurgischen Klammernahtinstruments hergestellt. (1). Dieser Pouch schränkt somit die Nahrungsaufnahme ein, wodurch nur kleine Mengen an Nahrung aufgenommen werden können. Als nächstes wird der Dünndarm ca. 100 cm vom Magen durchtrennt. Das eine Ende des Dünndarms wird an den Pouch herangeführt und daran befestigt (Gastrojejunostomie) (2). Das andere Ende des Dünndarms, das noch mit dem nun funktionell ausgeschalteten Magen (Restmagen) verbunden ist, wird mit dem veränderten Verdauungstrakt neu verbunden (Jejunojejunostomie) (3). Nach dem erfolgten chirurgischen Eingriff des Magenbypasses wird die Nahrung nun zum größten Teil am Restmagen und am ersten Teil des Dünndarms vorbeigeleitet. Dadurch wird nicht nur die Nahrungsaufnahme, sondern auch die Nährstoffaufnahme reduziert.

Die bariatrische Chirurgie erfordert persönliches Verantwortungsbewusstsein, eine Veränderung des Lebensstils, Langzeit-Kontrollen und entsprechende Vitamineinnahmen

Da der chirurgische Eingriff den Verdauungsprozess verändert, ist es notwendig, lebenslang Nahrungsergänzungspräparate einzunehmen, um einer Unterversorgung vorzubeugen. Patienten müssen täglich Multivitamine, Vitamin B, Eisen und Kalzium zu sich nehmen. Eine detaillierte Liste kann vom Chirurgen, der von einem Ernährungsteam unterstützt wird, angefordert werden.

Selbst Verantwortung übernehmen

Die besten langfristigen Ergebnisse werden laut einer Studie erzielt, wenn Patienten sich auf eine gesunde Ernährung umstellen, die notwendigen Nahrungsergänzungen nehmen, die regelmäßige Blutuntersuchung durchführen lassen und regelmäßig Sport betreiben. Ein chirurgischer Eingriff gibt dem Patienten die Möglichkeit,

ihn bei der Gewichtsabnahme zu unterstützen. Nach dem Eingriff muss der Patient zu den notwendigen mentalen und emotionalen Veränderungen bereit sein. Der langfristige Erfolg der Behandlung liegt zu einem großen Teil in der Eigenverantwortung. Um erfolgreich das Gewicht zu halten, ist eine ausgewogene Ernährung notwendig ständiges Naschen, zu viele Kohlenhydrate und süße Getränke sind zu meiden und lebenslange sportliche Aktivität sinnvoll.

Magenbypass

Vorteile

Die medizinischen und emotionalen Vorteile beginnen beinahe sofort nach dem chirurgischen Eingriff. Über einen längeren Zeitraum bietet er folgende Vorteile:

• Hoher Gewichtsverlust

• Besserung des Typ 2 Diabetes

• Blutdrucksenkung

• Senkung des Cholesterinspiegels

• Reduzierung der Schlafapnoe

• Reduzierung des Sodbrennens

• Weniger Gelenkschmerzen, verbesserte Beweglichkeit

• Verbesserung der Lebensqualität und Steigerung des Selbstbewusstseins

Risiken

Der chirurgische Eingriff zur Gewichtsreduzierung birgt, wie jeder große chirurgische Ein griff, Risiken, auf die aufmerksam gemacht werden muss. Diese können beinhalten:

• Infektion der Bauchhöhle durch Auslaufen von Verdauungssäften

• Infektion des Wundbereichs

• Schwächung der Bauchwand (Bauchwandhernie)

• Entwicklung von Gallenblasenentzündungen (Gallensteine)

• Blutgerinnsel (Gefahr der Lungenembolie)

• Vitaminmangel (Prophylaxe durch Einnahme von Vitaminen und regelmäßige Labortests sind notwendig)

• Wie bei allen chirurgischen Eingriffen, besteht ein geringes Risiko der Letalität

Dies ist eine Information für Patienten, die darüber nachdenken, einen chirurgischen Eingriff zur Unterstützung ihrer Gewichtsabnahme vornehmen zu lassen. Sie soll eine erste Übersicht über die Verfahrensweise geben. Wenn Sie oder ein Mitglied Ihrer Familie mehr über Gewichtsabnahme mithilfe eines chirurgischen Eingriffes wissen möchten, informiert Sie gerne Ihr behandelnder Arzt.

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